Wichteln – op Platt

Wiehnachtsöverraschung

Jedes Johr dat sülve Spektakel: kort vör Wiehnachten hett sik uns Bedriev in een Kuschelklupp verwannelt. Plötzlich harrn wi uns all so geern – ok de Kollegas, de man sünst mit spitzen Fingern anpackt. Minschlich eben, oder seggt man: up de Tied minschlich.

De Grund för disse wunderliche Verwannlung weer de Bedriebswiehnachtsfeier. Se schull dat Klima in’t Bedriev beter maken – manchmol hett dat klappt, meistens höll dat blot bit Maandag. Ik överleggt datmol fast, ob ik mien Rücken mit’n gellen Schein entschulligen schull.

Bedriebswiehnachtsfeier

Unnatürlich harr sik glieks de Kollegin meldt, de immer vöran löppt, wenn dat üm „lustige Ideen“ geiht. Disse Tied: Wichteln. Oorsprünglich en nordgermanisch Brauchtum, bi dat man beschenkt warrt, ahn dat man den geheimen Wohltäter kennt. Aver uns Kollegin harr en Sünnerlig Variante utklamüsert: Jeder schull dat hässlichste Deel ut sien Huus inpacken – Ehemann un Ehefru utdrücklich utgeschlossen. Inpackt nich in Prunkpapier, man in de Dagszeitung vun vörige Week. Nohaltigkeit op de harte Tour.

Mi föll blot de ererbte Wandteller vun mien Mudder in, mit’n braken Rand. Johr lang harr he över ehr Sofa hängt, twee turtelnde Papageien wiesen. Na ehr Dood harr ik disse „Kunstwark“ erbt. In’n achtersten Winkel vun mien Köökenschap harr ik em wedder funnen – nu mit noch eene afslagene Ecke. En echt Sammlerstück för de Kategorie „Geschmacklosigkeiten mit Geschichte“.

Na en üppig Wiehnachtsmahl, een poor lütten Drank un endlos Reden gung dat Wichtelfest los. Jede Kollegin dörf blind een Paket ut den grooten Grabbelsack trecken. Un as dat Glück (oder Unglück) woll: Ik wurr mien Wandteller nich los. Natürlich harr ik em sülvst treckt un dörf mi „freuen“. Schadenfreid nennt man dat, wenn annern över dat Unglück vun een Kolleg lacht – in disse Fall över mien egen.

Würfelrund

De Hööpunkt weer de Würfelrund. Binnen een Stünn kreiste de Würfel ümkring. Bi een Een gung dat Geschenk na rechts, bi twee na links. All harrn Spaaß – un doch wollt disse seltsame Wandteller nich vun mien Siet weichen. Kaum harr ik em veer Kollegas wiedergeschoben, harr ik em spätestens na de dritte Rund wedder bi mi. Ik dacht fast, mien Mudder harr von baven de Hand in’t Spiel.

Na een Stünn klatschte mien Chef fröhlich in de Hannen un riep albern „Julklapp, Julklapp“ – klang fast as „Arbeit, Arbeit“. Dat Speel weer ut, un ik dörf dat hässlichste Deel ut mien Huus ünner mitleidige Blikken wedder mit na Huus nehmen.

Lustig, lustig… ha, ha. Dat Feld vun Humor is wiet. Irgendwie harr ik datmol immer de seltsamen Wiehnachtsgeschenke. Aver nich verzweifeln: Wiehnachten kummt jo jedes Johr wedder. Vielleicht harr ik den Teller doch mien näämlich Nabo schenken schullt – se harr sik bestimmt besonders freit.

Datmol weer dat – hüüt bün ik rut ut den Bedriev. Aver de Erinnerung blifft.

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