Früher Frühling

Matsche-Patsche

Kaum ist der Schnee weg – also diese grauweiße Matsche‑Patsche, das aussah wie schlecht gewaschene Bettwäsche – da meint Lenchen allen Ernstes, jetzt käme der Frühling. „Guck mal, Kater Fritzi, fünf Grad“, ruft sie begeistert.

Fünf Grad.

FÜNF. Das ist kein Frühling. Das ist ein technischer Defekt im Winter.

Aber gut, sie guckt also aus dem Fenster. Und was sieht sie?

Das Elend, das der Schnee so liebevoll zugedeckt hatte:

Herbstblätter, die ich im November schon weggefegt hatte, aber offenbar ein Rückgaberecht besitzen.

Streusand, der sich wie ein schlecht gelaunter Teppich über den Gehweg gelegt hat.

Verblühte Topfblumen, die aussehen, als hätten sie den Winter persönlich genommen.

Irgendwo dazwischen ein Schneeglöckchen, das sich sicher ist, dass es zu früh dran ist

Schweinehund

Lenchen meint: „Man könnte ja schon mal den Hof fegen.“ Könnte man. Wenn man wollte. Wenn man nicht einen inneren Schweinehund hätte, der mit verschränkten Armen im Türrahmen steht und sagt:

„Heute nich’. Morgen is ok. Oder übermorgen. Oder Ostern.“

Und dann kommt der Gedanke, den jede Frau kennt: Hätte man jetzt einen Heinz‑Erwin auf dem Sofa, könnte man ihn mit einem charmanten „Frühjahrsputz“ vom Polster schubsen und nach draußen schicken. Er würde fegen, schippen, räumen – und Lenchen würde später „kontrollieren“, ob er das ordentlich gemacht hat.

Abwarten und Tee trinken

Aber ich habe leider keinen Heinz‑Erwin. Ich habe nur mich. Und Kater Fritzi. Und meinen Schweinehund. Und fünf Grad.

Also bleibe ich drinnen. Mit Tee. Und der festen Überzeugung:

„Alles neu macht der Mai – und bis dahin kann der Februar ruhig noch ein bisschen rumlümmeln.“

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